Probleme beim Blau-gelben-Strompreisrabatt

Am 4. April 2022 wurde die Umstellung des Adressensystems im Gemeinderat der Marktgemeinde Maria Anzbach beschlossen. Damals war von einem NÖ-Strompreisrabatt noch keine Rede, der genau zeitgleich mit der Adressenumstellung ab 1.9.2022 beantragt werden konnte. Die StromkundInnen in Maria Anzbach standen nun vor dem Dilemma, ob sie den Antrag auf den Strompreisrabatt vor dem Umstellungstermin noch mit der alten oder nach dem Umstellungstermin schon mit der neuen Adresse stellen sollen. Wenig hilfreich war dabei die Auskunft des Amtsleiters: „Es bleibt Ihnen aber überlassen, ob Sie den Strompreisrabatt noch mit der alten Adresse beantragen, zumal die Zustellung von Briefen bis 6 Monate nach der Umstellung an die alte Adresse auch noch funktioniert.“

Tatsache ist, dass z.B. EVN-KundInnen nach Online-Beantragung zwar eine E-Mail mit dem Inhalt erhalten haben, dass der Antrag „in guten Händen“ sei und nach Abgleich mit dem Melderegister eine weitere Nachricht über den Status des Antrages folgen würde. Eine solche Nachricht ist aber nie gekommen. Stattdessen finden zahlreiche AnzbacherInnen in ihrem EVN-Online-Portal unter „Förderungen“ eine Ablehnung mit dem Hinweis, dass der Abgleich mit dem Melderegister fehlgeschlagen sei, und zwar unabhängig davon, ob der Antrag mit der alten oder mit der neuen Adresse vor oder nach dem 1.9.2022 gestellt worden ist. Die neuen Straßenbezeichnungen werden darüber hinaus in der EVN-Eingabemaske zwei Monate nach der Adressenumstellung noch immer nicht erkannt!

Abgesehen davon, dass die Gestaltung der Antragstellung vor allem für ältere MitbürgerInnen schon eine Herausforderung ist, erinnert der Umgang damit an den Klimabonus, bei dem sich die Bundesverwaltung auch nicht mit Ruhm bekleckert hat. Nun scheint sich das Dilemma auf die Landesebene auszuweiten und das Landtagswahlgeschenk Blau-gelber-Strompreisrabatt wird zu einem Ärgernis.

Wir erwarten, dass dieser Missstand umgehend und ohne weitere Beteiligung der betroffenen StromkundInnen im Einvernehmen zwischen Gemeinde- bzw. Landesverwaltung und Stromversorgern beseitigt wird. Und zwar so, dass für die Betroffenen kein finanzieller Nachteil durch die verspätete Antragsbearbeitung entsteht.